Eine CBAM-Erklärung ist der jährliche Bericht eines zugelassenen CBAM-Anmelders über die im Vorjahr eingeführten CBAM-Waren, ihre grauen Emissionen und die dafür abzugebenden Zertifikate. Die erste Erklärung betrifft Einfuhren aus 2026 und ist am 30. September 2027 im CBAM-Register fällig.
Nur ein zugelassener CBAM-Anmelder darf CBAM-Waren oberhalb der 50-Tonnen-Schwelle einführen. Hier steht, wer die Zulassung braucht, welche Angaben in die Erklärung gehören und was eine einzelne Einfuhrzeile kostet.
Wer zugelassener CBAM-Anmelder sein muss
Drei Arten von Einführern brauchen die Zulassung:
- Ein Einführer von Zement, Eisen und Stahl, Aluminium oder Düngemitteln mit mehr als 50 Tonnen dieser Waren im Kalenderjahr.
- Jeder Einführer von Strom oder Wasserstoff, unabhängig von der Menge.
- Ein indirekter Zollvertreter, der CBAM-Waren für einen Einführer anmeldet, unabhängig von dessen Volumen.
Ein Einführer mit höchstens 50 Tonnen der Waren mit Schwellenwert braucht keine Zulassung und gibt keine Erklärung ab. Wie die Tonnen gezählt werden, steht unter der 50-Tonnen-Schwelle.
Zulassung als CBAM-Anmelder beantragen
Der Antrag läuft über das CBAM-Register an die zuständige Behörde des Mitgliedstaats, in dem der Einführer ansässig ist. In Deutschland ist das die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt), erreichbar über das Zollportal. Der Antragsteller weist nach:
- die Ansässigkeit in diesem Mitgliedstaat und eine gültige EORI-Nummer,
- keinen schweren oder wiederholten Verstoß gegen Zoll- oder Steuerrecht in den letzten 5 Jahren,
- die finanzielle und betriebliche Leistungsfähigkeit, um die CBAM-Pflichten zu erfüllen.
Für Anträge nach dem 15. Juni 2025 entscheidet die Behörde innerhalb von 120 Tagen. Wer bis zum 31. März 2026 beantragt hat, darf während des laufenden Verfahrens weiter einführen, auch über 50 Tonnen. Eine Einfuhr über dem Schwellenwert ohne Antrag ist ein Verstoß. Die Vereinfachungsverordnung setzt die Sanktion auf das 3- bis 5-Fache des Standardbetrags von 100 € pro Tonne CO2e fest.
Inhalt der jährlichen CBAM-Erklärung
Die Erklärung enthält für jedes Kalenderjahr fünf Angaben:
- Die Menge jeder eingeführten CBAM-Ware nach KN-Code, in Tonnen oder bei Strom in MWh.
- Die grauen Emissionen dieser Waren, als Standardwerte oder als geprüfte tatsächliche Werte pro Anlage.
- Die Zahl der abzugebenden Zertifikate, nach dem Abzug von CBAM-Benchmark mal CBAM-Faktor des Jahres.
- Einen im Ursprungsland tatsächlich gezahlten CO2-Preis, geltend gemacht als Minderung nach Artikel 9.
- Die Prüfberichte für jeden verwendeten tatsächlichen Wert. Standardwerte brauchen keine Prüfung.
Die Berechnung hinter der Zahl der Zertifikate steht unter CBAM-Kosten berechnen.
CBAM-Erklärung: Frist und Kalender für 2026
Die erste Erklärung und die Abgabe der Zertifikate sind am 30. September 2027 fällig. Sie beziehen sich auf Waren, die 2026 eingeführt wurden. Diese Termine führen dorthin:
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 1. Januar 2026 | Das endgültige System gilt. Einfuhren zählen ab jetzt |
| 31. März 2026 | Letzter Tag für den Antrag auf Zulassung mit Weitereinfuhr während des Verfahrens |
| 5. Oktober 2026 | Die Kommission veröffentlicht den Zertifikatspreis für Q3 2026 |
| 4. Januar 2027 | Die Kommission veröffentlicht den Zertifikatspreis für Q4 2026 |
| 1. Februar 2027 | Verkaufsstart der Zertifikate auf der gemeinsamen zentralen Plattform |
| 30. September 2027 | Erste jährliche Erklärung und Abgabe, für Einfuhren 2026 |
Ab 2027 kommt eine zweite Pflicht hinzu. Am Ende jedes Quartals muss der Anmelder Zertifikate für mindestens 50 % der grauen Emissionen des Jahres halten. Der CBAM-Kalender führt jedes Datum als abonnierbaren Feed.
Beispiel für eine CBAM-Erklärung
Eine Erklärung für 1.000 Tonnen warmgewalztes Stahlband kostet mit Standardwerten 253.919,44 € und mit geprüften tatsächlichen Werten etwa 65.117 €. Der Einführer hat das Stahlband im zweiten Quartal 2026 aus Indien eingeführt, KN 7208 39 00, ohne Lieferantendaten. Seine Zeile in der Erklärung lautet:
| Feld | Wert |
|---|---|
| KN-Code, Ursprung | 7208 39 00, Indien |
| Menge | 1.000 t |
| Emissionsquelle | Standardwert, Herstellungsweg C, 4,28 t CO2e/t |
| Aufschlag 2026 | 10 %, also 4,708 t CO2e/t |
| Graue Emissionen | 4.708 t CO2e |
| CBAM-Benchmark | 1,37 t CO2e/t, Herstellungsweg C |
| CBAM-Faktor 2026 | 97,5 % des Benchmarks werden abgezogen |
| Zuteilungsabzug | 1.000 × 97,5 % × 1,37 = 1.335,75 t CO2e |
| CBAM-pflichtig | 3.372,25 t CO2e |
| Abzugebende Zertifikate | 3.373 |
| Preis, Q2 2026 | 75,28 € |
| Kosten | 253.919,44 € |
Mit geprüften tatsächlichen Emissionen des indischen Werks von 2,2 t CO2e pro Tonne entfällt der Aufschlag. Die Zeile braucht dann etwa 865 Zertifikate und kostet etwa 65.117 €. Das ist rund ein Viertel. Bei tatsächlichen Daten setzt die Verordnung den Abzug aus dem Benchmark des Prozesses und jedes Vorläuferstoffs zusammen; die Rechnung hier nutzt den Benchmark des Standardwerts. Deshalb lohnt es sich, bei Importpositionen mit hohen Kosten nach Lieferantendaten zu fragen. Eigene Warencodes lassen sich im Rechner prüfen.
Vorbereitung auf die erste Erklärung 2027
Beginnen Sie mit den Einfuhrdaten, die bereits vorliegen. Fragen Sie danach bei Positionen mit hohen Kosten die Lieferanten nach Emissionsdaten:
- Erfassen Sie jede Einfuhrposition 2026 mit CBAM-Codes, KN-Code, Ursprung, Eigenmasse und Datum der Überlassung, getrennt nach einführender Gesellschaft.
- Fragen Sie die Lieferanten hinter den mengenstärksten Positionen nach tatsächlichen Emissionen und einem Prüfbericht, bevor die Kalender der Prüfer für 2027 voll sind. Seit dem 1. September 2026 können Prüfer einen eigenen Zugang zum CBAM-Register erhalten (Europäische Kommission, CBAM-Nachrichten).
- Bewerten Sie 2026 mit den veröffentlichten Quartalspreisen. Halten Sie die Liquidität für Februar bis September 2027 bereit.
- Prüfen Sie die Codes nach jeder Änderung durch die Kommission. Die Berichtigung vom 31. Juli 2026 hat Zeilen mit Standardwerten zwischen Codelängen verschoben, ohne die meisten Werte zu ändern.
FAQ
Wann ist die erste CBAM-Erklärung fällig?
Am 30. September 2027. Sie umfasst alle Einfuhren aus 2026; die dafür nötigen Zertifikate werden am selben Tag abgegeben.
Wer gibt die CBAM-Erklärung ab?
Der zugelassene CBAM-Anmelder: der Einführer selbst oder ein indirekter Zollvertreter, der für ihn handelt. Ein Einführer mit höchstens 50 Tonnen Zement, Eisen und Stahl, Aluminium oder Düngemitteln gibt keine Erklärung ab.
Wo wird die CBAM-Erklärung abgegeben?
Im CBAM-Register. Dort wird auch der Antrag auf Zulassung als CBAM-Anmelder gestellt.
Brauche ich geprüfte Emissionen für die Erklärung?
Nein. Für Standardwerte ist keine Prüfung nötig. Tatsächliche Werte brauchen einen Prüfbericht, der der Erklärung beigefügt wird.
Was passiert bei einer Einfuhr über 50 Tonnen ohne Zulassung?
Das ist ein Verstoß. Die Sanktion beträgt nach der Verordnung (EU) 2025/2083 das 3- bis 5-Fache des Standardbetrags von 100 € pro Tonne CO2e.
Quellen: Verordnung (EU) 2023/956, Artikel 5, 6, 17, 22 und 31, geändert durch die Verordnung (EU) 2025/2083. CBAM-Benchmarks aus der Durchführungsverordnung (EU) 2025/2620; CBAM-Faktor nach Richtlinie 2003/87/EG, Artikel 10a Absatz 1a. DEHSt, Zulassung für das endgültige CBAM-System. Zahlen berechnet am 19. Oktober 2026 mit der Engine von CBAM Data.